Projekt KUWATA
Ein Lastwagen für das Waisenhaus Lourenço Amadeu in Cabinda
Ein Projekt von Afrika-Kulturtage Forchheim, Rotary Forchheim/Bayreuth und Károly Koller
Das Wichtigste vorweg
Der Lastwagen ist mittlerweile in Cabinda eingetroffen und versieht seinen Dienst auf der Farm des Waisenhauses. Und das Projekt geht weiter: als Schulpartnerschaft und mit dem Ziel, nun eine Schreinerwerkstatt einzurichten, in der die Kinder und Jugendlichen des Heimes sich auf die Berufswelt vorbereiten können.
Um was geht es?
Die Afrika-Kulturtage 2008 haben sich zum Ziel gesetzt, für das angolanische Waisenhaus Lourenço Amadeu in der Provinz Cabinda einen Lastwagen zu spenden. Das Waisenhaus ist bitter arm und benötigt den Lastwagen für seine Landwirtschaft, die sie mit den umliegenden Dörfern betreibt. Das Waisenhaus ist eine Initiative des Dorfes Malembo und hielt sich bisher allein durch Spenden am Leben. Der Lastwagen ermöglicht es, die angebauten Früchte, vor allem Bananen, selbst zu den Märkten zu transportieren. Der Erlös ist ein wesentlicher Faktor, damit das Waisenhaus sich selbst finanzieren kann.
Was ist passiert?
Bei der breit angelegten Spendenaktion der Afrika-Kulturtage sind sage und schreibe 11.857,21 Euro zusammen gekommen. Der Rotary Club Forchheim und der Rotary Club Bayreuth haben sich daran mit je 3000 Euro beteiligt. Die Katholische und die Evangelische Kirche trugen Spenden von über 2000 Euro zusammen. Mit diesen Mitteln konnte ein gebrauchter Lastwagen Marke Daimler Benz gekauft und bei der Firma Wedlich in Bayreuth technisch überholt werden. Eine Klasse der Berufsschule Forchheim übernahm die Schweiß- und Lackierarbeiten. In den Werkstätten der Firma Zolleis in Forchheim hatten die Schüler die Gelegenheit, mit der fachkundigen Unterstützung der Mitarbeiter der Firma die Lackierung des Fahrerhauses vorzunehmen. Die Frachtkosten deckte die Weihnachtspendenaktion einer anderen Berufsschule in Augsburg. Am Anfang des Jahres stach ein Schiff von Hamburg aus mit dem froschgrünen Lastwagen in See und kam wohlbehalten in Cabinda an. Nach wochenlanger Zollabfertigung traf er nun endlich im Waisenhaus ein und versieht dort seinen Dienst. Da es ein Kipplaster ist, kann er sehr vielfältig eingesetzt werden. Wenn er nicht in der Landwirtschaft benötigt wird, übernimmt das Waisenhaus selbst Fuhren und trägt so zusätzlich zur Finanzierung des Heimes bei.
Die Organisatoren möchten sich noch einmal bei allen, die mit ihrem Engagement und ihren Spenden unsere Aktion unterstützt haben, ganz herzlich bedanken.
Wie geht es weiter?
Die Berufsschule Forchheim plant eine Schulpartnerschaft mit der Schule des Waisenhauses, die sich dem Wesen nach ebenfalls als Berufsschule versteht. Sie bemüht sich, den Kindern und Jugendlichen neben dem Unterricht die Möglichkeit zu geben, auch Erfahrungen mit handwerklichen Tätigkeiten zu sammeln und ihnen im Idealfall auch eine Berufsausbildung zu ermöglichen. Die Landwirtschaft bietet bereits ein Betätigungsfeld in diesem Sinne. Auch eine Bäckerei ist am Entstehen, und als Nächstes soll eine Schreinerwerkstatt eingerichtet werden. Hier setzt die neue Initiative der Afrika-Kulturtage an: zusammen mit der Berufsschule Forchheim sollen in diesem Jahr Mittel gesammelt werden, um die Schreinerei mit den nötigen Werkzeugen und Maschinen auszustatten.
Weitere Informationen
2002 ist in Angola ein dreißigjähriger Krieg zu Ende gegangen. Die Ausstellung im Pfalzmuseum mit dem Titel „Nach dem Krieg – Fotografien von John Liebenberg“ gibt einen bestürzenden Einblick in die Brutalität dieses Krieges, in dem die Rebellenbewegung UNITA gegen die Regierungsarmee kämpfte. Leidtragende waren vor allem die Kinder. Nach dem Tod des Rebellenführers Jonas Savimbi begann das Land mit dem Wiederaufbau. Auch wenn mittlerweile seit sieben Jahren Frieden ist, leidet die Bevölkerung noch immer Not. Es fehlen Krankenhäuser, Schulen und Ausbildungsplätze. Das Projekt KUWATA ist ein Beitrag, diese Not zu lindern.
Spendenkonto
Die finanzielle Abwicklung erfolgt über ein Spendenkonto der Missionsprokura der Deutschen Jesuiten in Nürnberg, über die auch Spendenquittungen ausgestellt werden können.
Wer weiterhin das Projekt Cabinda finanziell unterstützen möchte:
Liga Bank Nürnberg, Konto: 5115582, BLZ 75090300
Verwendungszweck (unbedingt angeben): 4950 Angola – Cabinda


Hier das Info von 2008 zu diesem Projekt:
Ein Lastwagen für das Waisenhaus Lourenço Amadeu in Cabinda
Ein Projekt von Afrika Kulturtage Forchheim, Rotary Forchheim/Bayreuth und Károly Koller
Wozu benötigt ein angolanisches Waisenhaus einen Lastwagen? Das Waisenhaus Lourenco Amadeu benötigt den Lastwagen, um damit die selbst angebauten Bananen zu den Märkten zu transportieren, um Mehl zu besorgen für die eigene Bäckerei, um die fertigen Brote in die Geschäfte zu fahren. Die Felder sind angelegt, die Bäckerei existiert auch bereits, aber es fehlt an einem Transportmittel.
Die Afrika Kulturtage 2008 haben deshalb sich zum Ziel gesetzt, für das Waisenhaus Lourenco Amadeu, einen Lastwagen zu beschaffen. Mit der finanziellen Unterstützung von Rotary Bayreuth und Forchheim konnte bereits ein gebrauchtes Fahrzeug gekauft werden. Für die technische Überholung und Verschiffung des Fahrzeugs fehlen immer noch 4000 Euro. 
Das Waisenhaus Lourenço Amadeu
entstand vor und überlebt seit neun Jahren durch die Initiative der lokalen Bevölkerung. Alles begann als Pater Paulo Mulamba, der damalige Pfarrer des kleinen Dorfes Malembo unweit der angolanischen Provinzhauptstadt Cabinda, ein Waisenkind zu sich in die Pfarrei aufnahm. Weitere kamen hinzu, und bald gab es in der Pfarrei nicht mehr genügend Platz. Das war 1998. Die Dorfbewohner besorgten darauf hin Zement und bauten für die Kinder ein Haus. Sie legten auch Felder an, die sie seit dem für die Kinder bestellen. Bis heute überlebt das Heim mit der Hilfe der Bevölkerung und mit sporadischen Spenden.
Das Waisenhaus verfügt mittlerweile über eine eigene Schule, die auch den Dorfkindern offen steht. Insgesamt neunzig Jungen und Mädchen lernen in den fünf Klassen der Elementarschule. Bis vor kurzem unterrichteten die Lehrer ehrenamtlich. Seit Beginn dieses Schuljahres übernimmt der Staat die Besoldung der Lehrer.
Als die Arbeit im Heim überhand nahm, stellte der Bischof von Cabinda einen seiner Priester frei, um das Haus zu leiten. Finanziell unterstützen kann die Diözese das Waisenhaus jedoch nicht. Zur Zeit beherbergt es 41 Kinder. Um mittel- und langfristig bestehen zu können, benötigt das Heim unbedingt regelmäßige Einnahmequellen. Die Landwirtschaft könnte eine sein.
Die Ansprechpartner
Seit 2003 leitet der katholische Priester Joaquim Mbumba Das Waisenhaus. Er und sein Vorgänger João Baptista Ngimbi haben dieses Jahr die Nichtregierungsorganisation „Associação Simão de Sireneu“ gegründet, benannt nach Simon von Kyrene. Ziel dieser Organisation ist es, das Waisenhaus zu unterstützen und ergänzende Projekte in Angriff zu nehmen. So entstand letztes Jahr in der Provinzhauptstadt eine zweite Grundschule und ein Haus, von wo aus die jungen Erwachsenen des Heimes weiterführende Schulen besuchen können. Eine Bäckerei und eine Tischlerei sollen ebenfalls entstehen als Ausbildungsstätte für die Jugendlichen.
Wo liegt Cabinda?
Cabinda ist eine vom Mutterland Angola abgetrennte Exklave an der kongolesischen Küste. Es ist einer der reichsten Flecken Afrikas, denn es verfügt über große Erdölvorkommen. Trotzdem gehören die Menschen in Cabinda zu den ärmsten des Kontinents. Seit über 30 Jahren schwelt ein militärischer Konflikt. Die separatistische Bewegung FLEC sorgt im Landesinneren immer wieder für Unruhen. Leidtragende sind vor allem die Kinder. Sie sind Überfällen schutzlos ausgeliefert und leiden auch am stärksten an den Folgen des Krieges wie Hunger, Krankheit und dem Klima der Gewalt. Das Waisenhaus selbst ist nicht von militärischen Auseinandersetzungen bedroht, denn es liegt in der Nähe der Provinzhauptstadt. 
Warum gerade ein Lastwagen?
Der Leiter des Waisenhauses, Pater Joaquim Mbumba plant gemeinsam mit den umliegenden Dörfern einen landwirtschaftlichen Betrieb zu gründen, der nicht nur Nahrung für das Waisenhaus und die Dorfbewohner produziert, sondern auch regionale Märkte beliefert. In Cabinda sind Lebensmittel knapp. Entsprechend ließen sich Maniok, Kartoffeln und andere Feldfrüchte sehr gut verkaufen. Vor allem Bananen gedeihen gut und finden in den benachbarten Staaten regen Absatz. Der Erlös könnte wesentlich zur Finanzierung des Heimes beitragen. Die Felder sind angelegt, aber die Produktion kann nicht beginnen, weil kein Lastwagen da ist, um die Ernte zu transportieren.
Pater João Baptista hat mit Hilfe eines Stipendiums einige Jahre in Paris studiert (Ökonomie). Aus dieser Zeit stammt seine Freundschaft mit einem Bäckermeister, der jetzt Rentner ist und sich bereit erklärt hat, nach Cabinda zu fahren und für das Heim eine Backstube einzurichten und Jugendliche auszubilden. Wenn die Backstube tatsächlich in Gang kommt, dann hat damit das Waisenhaus nicht nur eine interessante Ausbildungsmöglichkeit, sondern auch ein regelmäßiges Einkommen, das ebenfalls zur Finanzierung des Waisenhauses beitragen könnte. Doch auch dazu ist ein Lastwagen nötig. Denn das Mehl muss im benachbarten Ausland eingekauft und auch die fertigen Brote müssen an die Geschäfte verteilt werden.
Was wurde bisher unternommen?
Anlass für die Aktion ist eine Ausstellung mit Zeichnungen der Kinder, die Ende 2007 im IWALEWA-Haus Bayreuth zu sehen war, und nun in weiteren Städten präsentiert wird. Die Bilder zeigen das Leben der Kinder, aber auch ihre Ängste und Wünsche in einer überraschend hohen gestalterischen Dichte und künstlerischen Ausdruckskraft.
Eine Ausstellung mit Bildern von Kindern, die Not leiden, ist nur dann glaubwürdig, wenn sie unmittelbar dazu beiträgt die Situation der Kinder zu verbessern. Deshalb hat der Kurator der Ausstellung, Károly Koller, das vorliegende Projekt entworfen und dafür den Rotary Club Bayreuth und Forchheim sowie die Afrika Kulturtage Forchheim gewonnen. Mit der Unterstützung dieser Organisationen und weiterer Spenden, konnte ein gebrauchter Lastwagen Marke Daimler-Benz gekauft werden, der jetzt technisch überholt und für den Transport nach Cabinda bereitgemacht wird.

Die Ausstellung und der Lastwagen werden bei den Afrika Kulturtagen in Forchheim zu sehen sein, begleitet von einer Spendenaktion. Um alle Reparaturen und den Transport zu finanzieren sind jedoch dringend weitere Mittel erforderlich.
Spendenkonto
Finanziell abgewickelt wird das Ganze über ein Spendenkonto der Missionsprokura der Deutschen Jesuiten in Nürnberg, über die auch Spendenquittungen ausgestellt werden können:
Liga Bank Nürnberg, Konto: 5115582, BLZ 75090300
Verwendungszweck (unbedingt angeben): 4950 Angola – Cabinda